Verbandsgemeinde Traben-Trarbach (alt)

Nahezu 10.000 Einwohner leben in der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach auf einer Fläche von 8812 ha. Die einmalig schöne Lage an der romantischen Mittelmosel bis zu den Höhen des Hunsrücks nimmt den nordöstlichen Raum des Landkreises Bernkastel-Wittlich ein. Im Norden grenzt unsere Verbandsgemeinde an den Landkreis Cochem-Zell und im Osten an den Rhein-Hunsrück-Kreis.

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Zur Verbandsgemeinde Traben-Trarbach gehören:

Im Moseltal befinden sich die Stadt Traben-Trarbach mit ihren Stadtteilen Wolf und Kautenbach, die Ortsgemeinden Enkirch und Burg (Mosel), auf einem Berggrad 250 m oberhalb des Moseltals Starkenburg und auf dem moselnahen Hunsrück die Gemeinden Irmenach und Lötzbeuren.

Keimzelle der heutigen Verbandsgemeinde war das Territorium der hinteren Grafschaft Sponheim, die ihren Verwaltungssitz zunächst auf der Starkenburg, später (1358) auf der Grevenburg bei Trarbach hatte. Zu dieser Grafschaft gehörten Mitte des 13. Jahrhunderts die Ortschaften Traben, Trarbach, Enkirch, Wolf, Irmenach und Beuren sowie Gebietsteile und Dörfer im Hunsrückbereich, während Burg (Mosel) zum angrenzenden kurtrierischen Gebiet gehörte. Bei dieser Zusammensetzung verblieb es, trotz mehrfacher Herrschaftswechsel, bis Ende des 18. Jahrhunderts. Während der französischen Annektion wurde das Gebiet zum Kanton Trarbach umgewandelt und dem Arrondissement Simmern mit der Departementshauptstadt Koblenz eingegliedert. Die Übernahme des Gebietes durch Preußen 1815 führte zur Bildung der Landkreise Zell, Bernkastel und Wittlich mit Einrichtungen von Amtsbürgermeistereien. Traben-Trarbach selbst wurde keiner Amtsbürgermeisterei eingegliedert. Diese kommunale Verwaltungsgliederung bestand bis zur Neugestaltung im Jahre 1970.

 

Traben-Trarbach (rd. 6.500 Einwohner) ist heute ein staatlich anerkannter Luftkurort mit Thermalbad, Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde und aufgrund der infrastrukturellen Einrichtungen in der Regionalplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.

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Bodenfunde sowie Orts- und Flurnamen weisen auf eine Besiedlung zur Kelten- und Römerzeit hin. Ausgrabungen auf dem „Mont Royal“ (hier baute Ludwig der XIV. die gewaltige Festung Mont Royal, die aufgrund des Friedensvertrages von Rijswijk geschleift wurde) und der weithin sichtbare Torso einer Giebelwand der Grevenburg (einst Regierungssitz der hinteren Grafschaft Sponheim) sind stumme Zeugen einer bewegten Geschichte.

Die Ruinen der Grevenburg sowie der „Mont-Royal“ sind heute beliebte Ausflugsziele.


Verheerende Brände vernichteten 1857 und 1879 die größtenteils mittelalterliche Bausubstanz. Heute dominieren im Stadtbild Historismus und Jugendstil. Beide selbständigen Gemeinden vereinigten sich 1904 zur Doppelstadt; 1969 wurden Wolf und Kautenbach eingemeindet.

Traben-Trarbach ist ein bedeutender Fremdenverkehrsort. Das milde Klima, die zentrale Lage mit günstigen Verkehrsanbindungen von Straße, Bahn und Flughafen Frankfurt-Hahn sowie ein umfangreiches Angebot an Komfort-Hotels, Privat-Pensionen, Ferienwohnungen, Jugendherberge bis zum Campingplatz bieten jedem Gast das Gewünschte.

Qualitätsweinanbau und althergebrachte Weinhandelstradition werden gegenwärtig gepflegt wie in der Vergangenheit, als Traben-Trarbach nach Bordeaux die zweitgrößte Weinhandelsstadt Europas war.

Alle wichtigen schulischen Einrichtungen, Krankenhaus, Behörden und mittelständisches Gewerbe gehören ebenso wie zahlreiche Sport-, Kultur- und Freizeitanlagen zur Stadt. Die kleine „Museumsmeile“ mit dem kunsthistorisch äußerst interessanten Mittelmosel-Museum, in diesem Gebäude hielt einst Goethe Einkehr, und dem lebenden Haus der Ikonen wurde kürzlich durch ein Fahrrad-Museum erweitert. Am Moselufer wurde 2009 eine in Europa einmalige Ausstellung mit über 1000 Buddha-Figuren in einer ehemaligen Jugendstil-Kellerei eröffnet.

Im Stadtteil Wolf krönt die Ruine des Wolfer Bergklosters die Moselhöhen mit einem beschaulichen Ausblick in das Moseltal. Diese ehemalige Liebfrauenkirche auf dem Göckelsberg geht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Eine Besonderheit bietet die „neue Dorfkirche“ aus dem Jahre 1685. Sie steht auf einem alten Gewölbekeller, der noch heute als Weinkeller genutzt wird. Im Ort selbst sind feine Fachwerk- und moseltypische Winzerhäuser zu bestaunen. Neben Hotels, Ferienwohnungen und Privat-Pensionen unterhält auch Wolf für seine Urlaubsgäste einen Campingplatz.

Richtung Kautenbach, einst Katen-Siedlung für den Bergbau (Erz, Silber und Schiefer), liegt die 1883 erschlossene Thermal-Heilquelle Bad Wildstein. Das Bad ist staatlich anerkannt und dient sowohl der Heilung als auch der Erholung. Eine Kur in der körperwarmen Akratotherme ist bei Erkrankungen des Bewegungsapparates und der ableitenden Harnwege angezeigt. Die Moseltherme mit Saunalandschaft und angegliedertem Therapiezentrum, das 1992 eröffnete Ayurveda-Gesundheitszentrum als Anti-Stressklinik sowie private Physiotherapiepraxen bilden die Kureinrichtungen.


Die Moselgemeinde Enkirch, anerkannter Erholungsort, ist eine Schatzkammer rheinischen Fachwerkbaus. Ihre zahlreichen Fachwerkhäuser, meist aus dem 17. Jahrhundert, mit geschnitzten Erkern und Giebeln, herrschaftliche Weinhöfe, in schmalen Gässchen und verträumten Winkeln gelegen, sind der im Moseltal mit reichste Bestand. 1983 wurde Enkirch Landessieger von Rheinland-Pfalz im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.

Weinbau und Fremdenverkehr bilden das wirtschaftliche Fundament der Gemeinde (rd. 1700 Einwohner). In der Weinbergslage „Steffensberg“ wurde ein Weinbaulehrpfad angelegt. Weit bekannt ist die historische Ratsweinschenke mit ca. 200 Kreszenzen verschiedener Qualitätsstufen und Jahrgänge.

Die besondere Lage an der Mündung von vier Seitentälern mit waldreichem Hinterland sowie das umfangreiche Unterkunftsangebot mit großem Wohnmobilstellplatz am Moselufer lockt alljährlich zahlreiche Besucher nach Enkirch.

Burg (Mosel) (rd. 500 Einwohner), im Jahre 928 erstmals erwähnt, war im Mittelalter als Moseldorf stark befestigt. Die St.-Briktius-Kirche, 1086 urkundlich bezeugt, ist seit alters her Wahrzeichen dieser Gemeinde. Traditionsreich ist der fortschrittliche Weinbau, vollkommen flurbereinigt. Auch diese gastfreundliche Gemeinde lädt in Pensionen und Winzerhöfen zur Erholung in reizvoller Umgebung ein.

Starkenburg auf der Moselhöhe – zwischen Trarbach und Enkirch – ist mit seinen rd. 250 Einwohnern der kleinste Ort der Verbandsgemeinde. Weinbau und Landwirtschaft, aber auch zunehmender Fremdenverkehr geben dem idyllischen Ort sein Gepräge. Der Panoramablick von hier, 220 m über der Mosel, über die Mosellandschaft bis hinein in die Eifel, ist beeindruckend. Sponheimer Grafen bauten im 12. Jahrhundert die Starkenburg, leider kann man heute nur noch die einmalige Aussicht vom Burgfelsen genießen.

Sehenswert ist die kleine Dorfkirche von 1734 inmitten einer liebevoll gepflegten Gemeinde, die im Jahre 1993 beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ausgezeichnet wurde.

Nach dem Zusammenschluss der moselnahen Hunsrückorte Irmenach und Beuren 1975 zählt die Ortsgemeinde Irmenach rd. 800 Einwohner. Die Struktur der Hunsrückgemeinde ist durch Land- und Forstwirtschaft geprägt in Verbindung mit heimischem Handwerk und etwas Fremdenverkehr.

Der Ortsteil Beuren belegte 1993 beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ in der Hauptklasse auf Kreisebene den 1. Platz.

Weite Felder, duftige Wiesen und stille Wälder kennzeichnen diese umliegende abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft.

Durch das Mühlental vom benachbarten Irmenach getrennt liegt Lötzbeuren (rd. 500 Einwohner) unweit des Flughafens Frankfurt-Hahn. Als Lorzebura wird Lötzbeuren 1144 erstmals urkundlich erwähnt; es gehörte zu den Besitzungen der Abtei Springiersbach und um 1360, wie Irmenach, zur hinteren Grafschaft Sponheim. Die ev. Kirche zu Lötzbeuren (1717/18) ist, nach Freilegung (1967) zahlreicher barocker Fresken und Malereien, eine der schönsten Dorfkirchen im Hunsrück.

Für Wanderer bietet die Verbandsgemeinde Traben-Trarbach ein weiträumiges und gepflegtes Wanderwegenetz durch Felder, Wiesen, Wälder und Weinberge mit vielen beschaulichen Ausblicken.

Besonders hervorzuheben sind die alljährlich stattfindenden Wein-, Vereins- und Heimatfeste, „offene Weinkeller“, Hof- und Straßenfeste, bei denen Köstlichkeiten aus der heimischen Küche und hervorragende Gewächse aus den Moselweinlagen angeboten werden.